Wie kleine Traumata selbst in Angriff genommen werden können ** Wenn sich nichts richtig anfühlt – Dr. Meg Arroll

Blogheader Wenn sich nichts richtig anfühlt (c) Jenny Smith Photograpy

Du besitzt alles und bist dennoch unglücklich? Es gibt Situationen in deinem Leben, die gefühlt nicht so schlimm sein sollten – aber dich dennoch bis heute stark beeinflussen? Psychologin und Wissenschaftlerin Dr. Meg Arroll meint hierfür die Lösung zu haben: die BAA-Methode.

Die kleinen Schrammen des Lebens

Wir alle haben unser Päckchen zu tragen und können trotzdem ein gutes und glückliches Leben führen. Manchmal ist es aber so, dass wir im Leben Erfahrungen machen, die schmerzen – und einem Abends im Bett wieder einfallen, wenn man eigentlich schlafen möchte. Vielleicht beeinflussen sie auch den Umgang mit Menschen, die Sicht auf sich Selbst oder führen zu dysfunktionalen Verhalten. Die BAA-Methode soll hierbei Selbsthilfe schaffen: das Kürzel steht für Bewusstmachung, Akzeptant, Aktion. Es geht darum, kleine Traumata aufzudecken und Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen – in der Theorie. 

Kleine Traumata können hier einige Dinge sein, wie Vertrauensbrüche, zerbrochene Freundschaften, unangenehme Bekanntschaften oder Fehler am Arbeitsplatz. Viele kleine Traumata führen dazu, dass sie sich über die Jahre verstärken und ein Muster bilden, welches folglich das Erleben beeinflusst. Es ist kaum machbar, diese Traumata wegzuradieren. Aber wir können sie wahrnehmen und akzeptieren, dass sie zum Leben gehören. Wir können Aktionen setzen, um damit besser umzugehen.

Buchtitel + Auotrin Wenn sich nichts richtig anfühlt (Jenny Smith Photograpy, Goldmann
Wenn sich nichts richtig anfühlt (c) Jenny Smith Photograpy, Goldmann

Die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten im Alltag

Die Psychologin Dr. Meg Arroll präsentiert Fallbeispiele, um ihre BAA-Methode verständlicher zu machen. Hierzu gibt sie kurze Einblicke in die Probleme der Patient*innen und erweitert diese mit eigenen Gedanken, Theorien, Studien und Background-Infos. Auch Übungsbeispiele zur Selbstanwendung werden erklärt. Die Kapitel werden dann mit den wichtigsten Dingen und Vorschlägen für Tagebuch-Themen beendet. 

Sie nennt viele Fallbeispiele: Fehlendes Glück, Stress, Perfektionismus und Prokrastination, Essproblematik, Liebe, Schlaf, Übergänge und betäubte Bequemlichkeit. Es ist unmöglich, alle Themen abzubilden. Doch die behandelten Kapitel geben einen guten Einblick in ihre selbstentwickelte Methode und wie sie selbst angewendet werden können. Dank der Gliederung hat man auch die Möglichkeit, sich nur die Punkte rauszusuchen, die einen tatsächlich betreffen oder interessieren, ohne die knapp über 300 Seiten lesen zu müssen.

Fazit

Ein gutes Buch für alle, die mögliche eigene Themen erforschen wollen und die Selbstreflexion etwas vorantreiben möchten. Die Materien sind verständlich formuliert und auch ihre Methode ist nachvollziehbar und scheint gut anwendbar zu sein. Wie bei allen Selbsthilfe-Werken ersetzt dieses Buch keine professionelle Unterstützung. Es dient dazu, die eigenen Verhaltensweisen zu hinterfragen oder auch, dank der Fallbeispiele, einige Muster zu erkennen. 

Die Übungen finde ich einerseits nicht so gut, da die meisten eine zweite Person erfordern, oder für Anfänger*Innen zu verwirrend sein könnten. Andererseits geben sie einen Vorgeschmack darauf, wie in einem professionellen Setting gearbeitet werden könnte. Dabei zeigen sie auch, dass es viel Arbeit benötigt, um an sich zu arbeiten und Probleme nicht magisch von selbst verschwinden. Ein gutes Startwerk für alle, die erfahren möchten, wie seelische Verletzungen zustande kommen, was kleine Traumata sind und was sie bedeutet und wie diese positiv bearbeitet werden können.

Schau hier her → Look here → Buraya bak → Pogledaj ovde → Nézd ide → Guarda qui → انظر هنا → Podívej se sem → Spójrz tutaj → Посмотри сюда → Виж тук → Nhìn đây →

knisternde Beiträge:

"Kultur ist nachhaltig" vegan" lit oida" glutenfrei" neurodivergent" neutral" kulturell" nonbinär" geil" Hafermilch?" chaotisch" richtig" bunt" verständnisvoll" multi" direkt" ...FÜR ALLE"